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Jerry Gepner: Von der Mechanik zur Intelligenz

Die große Frage vor jeder Messe: Wird es echte Innovationen geben? Werden Unternehmen neue Standards oder gar Trends setzen? Dass sich dies längst nicht mehr so pauschal und eindimensional beantworten lässt, machte Jerry Gepner, CTO der Vitec Group bei einem Gespräch am Sachtler Stand bei der IBC deutlich. Und er muss es wissen, denn seine Aufgabe ist es gerade innerhalb der Vitec Group, zu der Sachtler gehört, den Blick über den Tellerrand zu wagen. Dabei spürt der Amerikaner nicht nur technologische Trends und Entwicklungen auf. „Es geht darum, zu erkennen, was sich in der Welt draußen tut und zu analysieren, welche Konsequenzen und Bezüge es für unser Business hat.“ Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. „Um heute vorne dran zu bleiben, muss ein Unternehmen in die richtigen Kooperationen und Partnerschaften investieren“, so Gepner.


Die Vitec Group biete dem Kameramann alle Tools, die er braucht, um seine Kamera einzusetzen. „Früher ging es in erster Linie um Mechanik, heute gehe es darum Produkte „intelligent“ zu machen. Ein Dreh- und Angelpunkt ist das Thema Software: Die User kaufen sich eine Plattform, Kompatibilität wird zunehmend über Software hergestellt.“ Daneben spielen Flexibilität und Modularität eine wichtige Rolle. „Die Kameraleute wollen sich ihr Equipment selbst zusammen stellen, nicht auf einen Standard festgelegt werden bzw. Gefahr laufen, in eine technologische Sackgasse zu investieren.“ Als Beispiele für solche flexible und erweiterbare Produkte nannte er das neue modular und multifunktionell aufgebaute Kamera Support Tool SOOM von Sachtler und den neuen Vector 950 Kopf von Vinten.

Das Thema Meta-Daten gewinnt daneben extrem an Bedeutung. „Das, was Google für das Internet bedeutet, bedeuten Meta-Daten für unsere Branche. Wir müssen in die Produkte Tools integrieren, die Meta-Daten setzen und die Kategorisierung bzw. Suche von Inhalten ermöglichen,“ erklärt Jerry Gepner. Das könnte beispielsweise die Integration von GPS- oder meteorologischen Daten.


Die Marschroute ist für Gepner klar: „Wir müssen permanent wie ein Start up reagieren. Das bedeutet, die Anforderungen und das Umfeld der sich permanent ausdifferenzierenden und diffuser werdenden Zielgruppen zu identifizieren und die richtigen Rückschlüsse für unsere Produkte zu ziehen.“